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Mittelwert, Median und Modus: einfach erklärt mit Beispiel

Mittelwert, Median und Modus: einfach erklärt mit Beispiel

Aktualisiert am 
31.08.2026
Lesezeit: 
9 Min.

Du hast deine Umfrage ausgewertet und willst den „Durchschnitt“ deiner Ergebnisse angeben. Aber welcher Durchschnitt eigentlich? Denn Mittelwert, Median und Modus beschreiben alle drei die Mitte deiner Daten – und liefern oft ganz unterschiedliche Zahlen. Wer hier das falsche Maß wählt, rechnet sich ein Ergebnis schön oder verzerrt es, ohne es zu merken.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir in einfacher Sprache, was Mittelwert, Median und Modus genau sind, wie du jedes einzeln berechnest und – am wichtigsten – welches Maß zu welchen Umfragedaten passt. Als roten Faden nutzen wir eine kleine Café-Umfrage, damit du alles direkt auf deine eigenen Zahlen übertragen kannst. Am Ende weißt du, warum bei Ausgaben oft der Median ehrlicher ist als der Mittelwert und welches Maß du bei einer Zufriedenheitsskala angeben solltest.

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Inhalte in diesem Artikel:

Mittelwert, Median und Modus: die drei Lagemaße im Überblick

Mittelwert, Median und Modus sind die drei wichtigsten Lagemaße der deskriptiven Statistik. Ein Lagemaß fasst eine ganze Datenreihe zu einer einzigen Zahl zusammen, die für die „Mitte“ oder den „typischen Wert“ steht. Statt 200 einzelne Antworten zu lesen, sagst du zum Beispiel: „Die typische Bewertung liegt bei 4 von 5.“

Kurz gesagt unterscheiden sie sich so:

  • Mittelwert (arithmetisches Mittel): Alle Werte zusammenzählen und durch ihre Anzahl teilen – der klassische „Durchschnitt“.
  • Median: Der Wert genau in der Mitte, wenn du alle Werte der Größe nach sortierst.
  • Modus (Modalwert): Der Wert, der am häufigsten vorkommt.

Welches dieser Maße sinnvoll ist, hängt vor allem vom Skalenniveau deiner Daten ab – also davon, ob du Kategorien, Rangfolgen oder echte Zahlen erhoben hast. Diese Übersicht zeigt den Zusammenhang:

LagemaßWas es angibtPasst ab SkalenniveauRobust gegen Ausreißer
Modushäufigster Wertnominal (alle)ja
Medianmittlerer Wertordinalja
Mittelwertrechnerischer Durchschnittmetrischnein

Unser Café-Beispiel:
Lena betreibt das Café „Bohne & Blume“ und hat ihre Gäste befragt. Sieben Gäste haben notiert, wie viel Euro sie pro Besuch ausgeben: 4, 5, 5, 6, 7, 8 und 40 Euro. Genau an diesen sieben Zahlen sehen wir gleich, wie weit Mittelwert, Median und Modus auseinanderliegen können – und welcher Wert Lenas Gäste am ehrlichsten beschreibt.

Es gibt nicht „den einen“ Durchschnitt. Mittelwert, Median und Modus beantworten leicht unterschiedliche Fragen – und genau deshalb solltest du wissen, welchen du gerade brauchst.

Ein Lagemaß allein sagt übrigens noch nichts darüber, wie stark deine Werte streuen. Wie weit die Antworten auseinanderliegen, beschreiben die Streuungsmaße – dazu findest du mehr im Ratgeber zur deskriptiven Statistik. Hier konzentrieren wir uns zuerst auf die Mitte.

Der Mittelwert (arithmetisches Mittel): berechnen und einsetzen

Der Mittelwert, auch arithmetisches Mittel genannt, ist das bekannteste Lagemaß. Du berechnest ihn in zwei Schritten: alle Werte addieren und die Summe durch die Anzahl der Werte teilen.

Mittelwert = Summe aller Werte ÷ Anzahl der Werte

Rechnen wir Lenas sieben Ausgaben-Werte (4, 5, 5, 6, 7, 8, 40) durch:

  • Schritt 1 – Summe bilden: 4 + 5 + 5 + 6 + 7 + 8 + 40 = 75
  • Schritt 2 – durch Anzahl teilen: 75 ÷ 7 ≈ 10,71

Der Mittelwert liegt also bei rund 10,71 Euro. Und hier wird es interessant: Kein einziger der sieben Gäste hat wirklich „ungefähr 10,71 Euro“ ausgegeben. Sechs von sieben lagen bei 8 Euro oder darunter. Ein einziger Gast mit 40 Euro zieht den Mittelwert nach oben.

Genau das ist die große Schwäche des Mittelwerts: Er reagiert empfindlich auf Ausreißer. Ein einzelner sehr hoher oder sehr niedriger Wert kann das Ergebnis stark verschieben. Deshalb solltest du den Mittelwert vor allem dann verwenden, wenn zwei Dinge stimmen:

  • Deine Daten sind metrisch – also echte Zahlen, mit denen sinnvoll gerechnet werden kann (Alter, Anzahl, Euro, Minuten).
  • Es gibt keine starken Ausreißer und die Werte sind halbwegs symmetrisch verteilt.

In Excel berechnest du den Mittelwert mit der Funktion =MITTELWERT(Bereich). Für Lenas Zahlen käme dort ebenfalls 10,71 heraus.

Für Kategorien wie Kaffeesorte oder Geschlecht ist der Mittelwert dagegen sinnlos – einen „durchschnittlichen Lieblingskaffee“ gibt es nicht. Warum das am Skalenniveau liegt, klären wir in Kapitel 5. Wenn du unsicher bist, ob du überhaupt rechnen darfst, hilft dir der Ratgeber zum Skalenniveau weiter.

Der Median: der robuste Wert in der Mitte

Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte steht, wenn du alle Werte der Größe nach sortierst. Er teilt deine Daten in zwei gleich große Hälften: Die eine Hälfte ist kleiner oder gleich dem Median, die andere Hälfte größer oder gleich. Man nennt ihn deshalb auch Zentralwert.

Median bei ungerader Anzahl von Werten

Bei einer ungeraden Anzahl ist der Median einfach der mittlere Wert. Beispiel – fünf Gäste, Besuche pro Monat: 2, 3, 3, 5, 7. Sortiert liegt die 3 genau in der Mitte (zwei Werte davor, zwei danach). Der Median ist 3.

Median bei gerader Anzahl von Werten

Bei einer geraden Anzahl gibt es keinen einzelnen mittleren Wert. Dann nimmst du die beiden mittleren Werte und bildest ihren Durchschnitt. Beispiel – sechs Werte: 2, 3, 3, 5, 7, 8. Die beiden mittleren sind 3 und 5, also: (3 + 5) ÷ 2 = 4.

Jetzt zurück zu Lenas sieben Ausgaben-Werten: 4, 5, 5, 6, 7, 8, 40. Sie sind schon sortiert, sieben Werte, der vierte steht in der Mitte. Der Median beträgt 6 Euro.

Mittelwert 10,71 Euro, Median 6 Euro – bei denselben sieben Gästen. Der Median beschreibt den typischen Gast viel besser, weil der eine 40-Euro-Ausreißer ihn kaum beeindruckt.

Das ist die zentrale Stärke des Medians: Er ist robust gegen Ausreißer. Egal ob der Spitzenwert 40 oder 400 Euro beträgt – der Median bleibt bei 6 Euro. Genau deshalb geben Statistikämter zum Beispiel beim Einkommen fast immer den Median an, nicht den Mittelwert.

Verwende den Median, wenn:

  • deine Daten Ausreißer enthalten oder schief verteilt sind (etwa Ausgaben, Einkommen, Wartezeiten),
  • deine Daten ordinal sind, also eine Rangfolge haben, aber keine echten Abstände (Schulnoten, Zufriedenheit auf einer Skala).

In Excel nutzt du =MEDIAN(Bereich). Der Median ist damit oft die ehrlichere Wahl, wenn du deine Umfrage auswertest und einzelne Extremwerte das Bild nicht verfälschen sollen.

Der Modus (Modalwert): der häufigste Wert

Der Modus – auch Modalwert genannt – ist der Wert, der in deinen Daten am häufigsten vorkommt. Du musst dafür nichts rechnen, sondern nur zählen, welche Ausprägung am öftesten auftaucht.

Bei Lenas Ausgaben (4, 5, 5, 6, 7, 8, 40) kommt die 5 zweimal vor, alle anderen Werte nur einmal. Der Modus ist also 5 Euro. Er zeigt: Der häufigste Einzelbetrag lag bei 5 Euro.

Warum der Modus einzigartig ist

Der Modus ist das einzige Lagemaß, das du auch bei nominalen Daten verwenden kannst – also bei reinen Kategorien ohne Rangfolge. Ein Beispiel: Lena notiert die bestellte Kaffeesorte von sechs Gästen: Cappuccino, Latte macchiato, Cappuccino, Espresso, Cappuccino, Latte macchiato. Cappuccino kommt dreimal vor und ist damit der Modus.

Einen Mittelwert oder Median gäbe es hier nicht – du kannst Kaffeesorten weder addieren noch der Größe nach sortieren. Für Fragen mit festen Antwortkategorien, wie du sie oft bei geschlossenen Fragen hast, ist der Modus deshalb häufig das einzige sinnvolle Lagemaß.

Was du beim Modus beachten solltest

  • Es kann mehrere Modi geben. Kommen zwei Werte gleich oft am häufigsten vor, ist die Verteilung „bimodal“. Das ist keine Fehlmessung, sondern ein echtes Ergebnis – oft ein Hinweis auf zwei unterschiedliche Gruppen in deiner Stichprobe.
  • Es kann keinen Modus geben. Kommt jeder Wert nur einmal vor, gibt es keinen sinnvollen Modalwert.

In Excel liefert dir =MODUS.EINF(Bereich) den häufigsten Einzelwert. Bei kategorialen Antworten arbeitest du stattdessen meist mit einer Häufigkeitsauszählung, zum Beispiel per =ZÄHLENWENN() oder einer Kreuztabelle.

Welches Lagemaß passt zu welchen Umfragedaten?

Die wichtigste Frage in der Praxis lautet nicht „Wie berechne ich das?“, sondern „Welches Maß darf ich überhaupt verwenden?“. Die Antwort hängt fast immer am Skalenniveau deiner Frage. Diese Tabelle gibt dir eine klare Orientierung:

Datenart / Beispiel aus der UmfrageEmpfohlenes Lagemaß
Nominal: Kaffeesorte, Geschlecht, Ja/NeinModus
Ordinal: Schulnoten, Rangfolge, Zufriedenheit auf einer SkalaMedian (Modus ergänzend)
Metrisch ohne Ausreißer: Alter, Anzahl BesucheMittelwert
Metrisch mit Ausreißern / schief: Ausgaben, EinkommenMedian

Der Sonderfall Likert-Skala

Der häufigste Streitpunkt bei Umfragen ist die Likert-Skala – also Antworten wie „stimme gar nicht zu“ bis „stimme voll zu“, oft mit Zahlen 1 bis 5 hinterlegt. Streng genommen ist eine solche Skala ordinal: Die Abstände zwischen den Stufen sind nicht garantiert gleich groß. Der Weg von „unzufrieden“ zu „neutral“ muss nicht gleich weit sein wie von „neutral“ zu „zufrieden“.

Nach reiner Lehre sind bei ordinalen Daten also Median und Modus korrekt, nicht der Mittelwert. In der Praxis geben viele trotzdem den Mittelwert an, weil er feiner unterscheidet und den Vergleich erleichtert. Nehmen wir Lenas Zufriedenheitsfrage (Skala 1–5), beantwortet von zehn Gästen: 5, 4, 4, 5, 3, 4, 1, 2, 5, 4.

  • Modus: Die 4 kommt viermal vor – häufigster Wert.
  • Median: Sortiert (1, 2, 3, 4, 4, 4, 4, 5, 5, 5) liegt die Mitte zwischen dem fünften und sechsten Wert, beide 4 – also 4.
  • Mittelwert: Summe 37 ÷ 10 = 3,7.

Median und Modus sagen „4“, der Mittelwert „3,7“. Beide Aussagen sind vertretbar – wichtig ist, dass du ehrlich dazuschreibst, welches Maß du verwendest. Unsere Empfehlung: Gib bei Likert-Skalen Median und Modus an und ergänze den Mittelwert nur, wenn du Gruppen fein vergleichen willst. Mehr zu dieser Debatte findest du auch im Ratgeber zum Fragebogen richtig auswerten.

Ein letzter Praxistipp: Rechne bei metrischen Daten am besten Mittelwert und Median nebeneinander aus. Liegen beide dicht beieinander, ist deine Verteilung symmetrisch und der Mittelwert unbedenklich. Klaffen sie auseinander wie bei Lenas Ausgaben (10,71 gegenüber 6 Euro), hast du Ausreißer oder eine schiefe Verteilung – dann ist der Median die ehrlichere Zahl.

Typische Fehler und eine kurze Checkliste

Zum Schluss die Stolpersteine, die uns in der Praxis am häufigsten begegnen – und wie du sie vermeidest.

  • Immer nur den Mittelwert angeben. Bei Ausgaben, Einkommen oder Wartezeiten verzerren einzelne Ausreißer das Bild. Rechne hier zusätzlich den Median.
  • Den Mittelwert bei Kategorien bilden. Ein „durchschnittliches Geschlecht“ oder eine „mittlere Kaffeesorte“ ergibt keinen Sinn. Für nominale Daten ist nur der Modus zulässig.
  • Median und Modus verwechseln. Der Median ist der Wert in der Mitte, der Modus der häufigste Wert. Das sind zwei verschiedene Dinge, die zufällig gleich sein können.
  • Beim Median das Sortieren vergessen. Ohne aufsteigend geordnete Werte ist der „mittlere“ Wert wertlos. Immer zuerst sortieren.
  • Ein Lagemaß ohne Streuung berichten. Zwei Umfragen können denselben Mittelwert haben und trotzdem völlig verschieden aussehen. Ergänze deshalb ein Streuungsmaß, mehr dazu in der deskriptiven Statistik.
  • Aus wenigen Antworten starke Schlüsse ziehen. Bei kleinen Fallzahlen ist jedes Lagemaß wackelig. Wie viele Antworten du brauchst, klärt der Ratgeber wie viele Teilnehmer eine Umfrage braucht.

Kurze Checkliste, bevor du ein Lagemaß angibst:

  • Welches Skalenniveau hat meine Frage – nominal, ordinal oder metrisch?
  • Habe ich das dazu passende Maß gewählt (Modus, Median oder Mittelwert)?
  • Gibt es Ausreißer? Falls ja, ist der Median die sicherere Wahl.
  • Habe ich bei metrischen Daten Mittelwert und Median verglichen?
  • Nenne ich zusätzlich zur Mitte auch die Streuung?

Wenn du diese Punkte abhakst, wählst du das richtige Maß und stellst deine Ergebnisse ehrlich dar. Wie das Lagemaß in die gesamte Auswertung passt, zeigen wir dir im Überblick zum Umfragen auswerten. Und wenn du deine Umfrage gerade erst planst, hilft dir der Einstieg Online-Umfrage erstellen – passende Fragebogen-Vorlagen gibt es gratis dazu.

Autor des Artikels

Marco

Marco ist Teil unseres Experten-Teams. Seit 2018 führt er erfolgreich Umfragen in Unternehmen durch und teilt seine Erfahrungen hier bei Online-Umfrage.org.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mittelwert, Median und Modus?

Wann sollte man den Median statt des Mittelwerts verwenden?

Wie berechnet man den Median?

Was ist der Modus (Modalwert) in der Statistik?

Welches Lagemaß eignet sich für eine Likert-Skala?

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