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360-Grad-Feedback Fragebogen: Vorlagen & Beispiele
360 Grad Feedback

360-Grad-Feedback Fragebogen: Vorlagen & Beispiele

Aktualisiert am 
08.05.2026
Lesezeit: 
9 Min.

Ein guter 360-Grad-Feedback-Fragebogen klingt nach einem fertigen Werkzeug — und genau das soll er sein. Du willst nicht jeden Punkt selbst zusammensuchen, du willst eine Vorlage, die du sofort anpassen, an mehrere Personen schicken und sauber auswerten kannst. Hier bekommst du genau das: eine kostenlose 360-Grad-Feedback-Vorlage zum Download, dazu erprobte Beispielfragen für alle Beteiligten — Selbsteinschätzung, Vorgesetzte, Kolleginnen, Mitarbeitende und gegebenenfalls Kunden.

Du erfährst, welche Themen in einen 360-Grad-Fragebogen gehören, welche Skalen sich bewährt haben und worauf du bei Anonymität, Auswertung und Folgegespräch achten musst, damit aus dem Feedback wirklich Veränderung wird. Der Text richtet sich an HR-Verantwortliche, Führungskräfte und Teamleitungen — funktioniert aber genauso, wenn du dir als Person ehrliches Feedback aus deinem Umfeld holen willst.

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Inhalte in diesem Artikel:

Was gehört in einen 360-Grad-Feedback-Fragebogen?

Ein 360-Grad-Feedback-Fragebogen ist mehr als eine Liste von Fragen. Er ist das Werkzeug, mit dem du eine Person aus mehreren Perspektiven gleichzeitig betrachtest: aus Sicht der Person selbst (Selbsteinschätzung), aus Sicht der Vorgesetzten, der Kolleginnen und Kollegen sowie der unterstellten Mitarbeitenden. In manchen Fällen kommen noch externe Stimmen wie Kunden oder Projektpartner dazu — dann sprichst du eher von einem 540-Grad-Feedback.

Damit das Feedback vergleichbar wird, bekommen alle Bewertungsgruppen denselben Kernfragebogen. Was sich verändert, ist die Perspektive: Statt "Ich gehe respektvoll mit Kolleginnen um" steht in der Fremdversion "Diese Person geht respektvoll mit Kolleginnen um". So kannst du am Ende Selbst- und Fremdbild nebeneinanderlegen — und genau aus dieser Lücke entsteht der eigentliche Erkenntnisgewinn.

Diese Themenfelder gehören typischerweise hinein

  • Fachliche Kompetenz und Qualität der Arbeit
  • Kommunikation: zuhören, erklären, schriftlich, mündlich
  • Zusammenarbeit im Team
  • Führungs- und Entscheidungsverhalten (bei Personen mit Führungsrolle)
  • Umgang mit Konflikten und Kritik
  • Selbstorganisation, Verlässlichkeit, Ergebnisorientierung
  • Lern- und Veränderungsbereitschaft

Wichtig: Nicht jede Rolle braucht jeden Block. Für eine Sachbearbeitung ohne Führungsverantwortung ist der Bereich "Führungsverhalten" überflüssig — er verzerrt die Daten und nervt die Befragten. Pass die Vorlage also vor dem Versand an die konkrete Position an.

Mehr Hintergrund zu Definition, Zielen und Ablauf findest du in unserem ausführlichen Leitfaden zum 360-Grad-Feedback. Wenn du dir unsicher bist, ob 360 Grad der richtige Umfang ist oder eine schlankere Variante reicht, hilft eine kurze Faustregel: 180 Grad bedeutet Selbst- plus Vorgesetztenbewertung, 270 Grad zusätzlich die Kolleginnen, 360 Grad zusätzlich die Mitarbeitenden, 540 Grad zusätzlich externe Stimmen wie Kunden.

360-Grad-Feedback-Vorlage zum Download

Wir haben die Vorlage so aufgebaut, dass du sie in unter zehn Minuten an dein Unternehmen anpassen kannst. Sie kommt als Word-Datei, ist sauber strukturiert und enthält fertige Fragenblöcke für die wichtigsten Kompetenzfelder.

Was die Vorlage mitbringt

  • Deckblatt mit Erklärung für die Befragten: was sie ausfüllen, wie lange es dauert, wie mit den Daten umgegangen wird
  • Fragenblöcke zu Kommunikation, Zusammenarbeit, Führung, Fachkompetenz und persönlicher Wirkung
  • Eine einheitliche Bewertungsskala über alle Fragen
  • Drei offene Fragen am Ende für Stärken, Entwicklungsfelder und einen konkreten Wunsch

So passt du die Vorlage an

  • Streiche alle Themenblöcke, die für die Position nicht passen.
  • Ergänze maximal drei Fragen, die spezifisch für eure Rolle oder Kultur sind.
  • Prüfe die Sprache: Ist sie wertschätzend? Ist sie konkret genug, um beobachtbares Verhalten zu beschreiben?
  • Lass den Fragebogen vor dem ersten echten Einsatz von einer Kollegin gegenlesen — ein kurzer Pretest deckt zuverlässig Formulierungen auf, die irritieren.

Wenn du den Fragebogen nicht in Word verteilen, sondern online ausfüllen lassen willst, kopiere die Fragen in ein Umfrage-Tool und versende den Link per Mail. Wer Tool-Empfehlungen sucht, findet einen neutralen Überblick im Umfrage-Tools-Vergleich. Eine Sammlung weiterer fertiger Bögen liegt in unserer Vorlagen-Übersicht.

Beispielfragen für jeden Themenblock

Damit du nicht bei null anfängst, hier konkrete Formulierungen, die sich in der Praxis bewährt haben. Die Fragen sind so geschrieben, dass die Person aus der Fremdperspektive bewerten kann ("Diese Person …"). Für die Selbsteinschätzung formulierst du sie einfach in der Ich-Form um.

Kommunikation

  • Diese Person hört aufmerksam zu, bevor sie selbst antwortet.
  • Sie erklärt komplexe Sachverhalte verständlich.
  • Sie spricht Probleme zeitnah und direkt an, statt sie liegen zu lassen.
  • Sie gibt klares, nachvollziehbares Feedback.

Zusammenarbeit im Team

  • Diese Person teilt Wissen und Informationen aktiv mit dem Team.
  • Sie unterstützt Kolleginnen und Kollegen, auch wenn sie selbst unter Druck steht.
  • Sie geht respektvoll mit unterschiedlichen Meinungen um.
  • Sie nimmt sich Zeit für Anliegen anderer, wenn es nötig ist.

Führungsverhalten (nur bei Führungsrollen)

  • Diese Person gibt Orientierung, auch in unklaren Situationen.
  • Sie trifft Entscheidungen nachvollziehbar und kommuniziert sie offen.
  • Sie schafft einen Rahmen, in dem das Team eigenverantwortlich arbeiten kann.
  • Sie gibt regelmäßig Rückmeldung zur Leistung — Lob wie Kritik.

Fachliche Kompetenz und Ergebnisqualität

  • Diese Person liefert Arbeitsergebnisse in der erwarteten Qualität.
  • Sie hält Termine und Zusagen verlässlich ein.
  • Sie bringt Fachwissen aktiv in Diskussionen ein.
  • Sie hinterfragt eigene Lösungen kritisch.

Persönliche Wirkung und Umgang mit Kritik

  • Diese Person nimmt Kritik an, ohne sich zu rechtfertigen.
  • Sie geht ruhig und besonnen mit Konflikten um.
  • Sie bleibt auch unter Druck wertschätzend.
  • Sie zeigt Lernbereitschaft und entwickelt sich sichtbar weiter.

Drei offene Fragen für den Abschluss

  • Was sollte diese Person unbedingt beibehalten?
  • Worin liegt aus deiner Sicht das größte Entwicklungspotenzial?
  • Welche eine Sache würde dir die Zusammenarbeit mit dieser Person spürbar erleichtern?

Brauchst du mehr Material zu offenen vs. geschlossenen Fragen? Dann schau in unsere Übersichten zu offenen Fragen und geschlossenen Fragen. Beide haben in einem 360-Grad-Fragebogen ihren Platz: geschlossene Fragen für die Vergleichbarkeit, offene für die Tiefe.

Skala, Anonymität und die wichtigsten Methodikentscheidungen

Bevor du den Fragebogen ausschickst, triffst du drei Entscheidungen, die später über die Verwertbarkeit der Ergebnisse entscheiden.

Welche Skala?

In den meisten Fällen ist eine 5-stufige Skala die beste Wahl. Sie ist für Befragte intuitiv, lässt eine neutrale Mitte zu und gibt genug Differenzierung für die Auswertung.

Bewährter Skalenaufbau:

  • 1 = Trifft überhaupt nicht zu
  • 2 = Trifft eher nicht zu
  • 3 = Teils, teils
  • 4 = Trifft eher zu
  • 5 = Trifft voll zu
  • Zusätzlich: "Kann ich nicht beurteilen" als Ausweichoption

Die letzte Option ist wichtig. Wer ein Verhalten gar nicht beobachten kann, soll nicht raten müssen — sonst entstehen Fantasiewerte, die das Bild verzerren.

Wer mehr Differenzierung will, kann auf 6 oder 7 Stufen gehen. Mehr macht selten Sinn. Eine 10er-Skala wirkt zwar präzise, ist aber für viele Befragte schon eine kleine Rechenaufgabe — und die Antworten bleiben oft im sicheren Mittelbereich hängen.

Anonym oder offen?

Anonym. Punkt. Sobald die Befragten befürchten, dass ihre Antwort identifizierbar ist, schalten sie auf "alles gut, weiter so". Damit hat sich der ganze Aufwand erledigt. In sehr kleinen Teams wird Anonymität allein durch die Gruppengröße schwierig — dann hilft, dass die Auswertung erst zusammengefasst wird, wenn mindestens drei oder vier Antworten in einer Gruppe vorliegen.

Wie du Online-Umfragen so aufsetzt, dass die Antworten wirklich anonym bleiben, ist im Detail in Anonyme Online-Umfragen erstellen beschrieben. Was die DSGVO dazu sagt, findest du im Beitrag zu Datenschutz bei Umfragen.

Wer wird befragt?

Eine sinnvolle Befragtengruppe für eine Person sieht so aus:

  • Sie selbst (Selbsteinschätzung)
  • Eine direkte Führungskraft
  • Drei bis sechs Kolleginnen und Kollegen aus der Zusammenarbeit
  • Bei Führungsrollen: drei bis sechs Mitarbeitende
  • Optional: ein bis zwei externe Partner oder Kunden

Weniger als drei Personen pro Gruppe sind statistisch wackelig — und die Anonymität bricht zu schnell. Mehr als sechs bis acht ist in den meisten Fällen Aufwand ohne Mehrwert.

Schritt für Schritt: 360-Grad-Feedback durchführen und auswerten

Eine Vorlage allein bringt kein Ergebnis. Diese Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt:

  • Ziel klären. Geht es um persönliche Entwicklung? Um eine Beförderung? Um Teamentwicklung? Das Ziel bestimmt, welche Themenblöcke du behältst und welche Fragen du ergänzt.
  • Befragte auswählen. Idealerweise schlägt die Person, um die es geht, ihre Befragten selbst vor — die Führungskraft prüft die Liste auf Ausgewogenheit. So entstehen weniger Filterblasen.
  • Vorab informieren. Eine kurze Mail an alle Beteiligten erklärt: Warum machen wir das? Wie lange dauert es? Wer sieht was? Was passiert mit dem Ergebnis?
  • Erhebung mit klarer Frist. Eine Bearbeitungszeit von 10 bis 14 Tagen ist ein guter Wert. Nach der Hälfte der Zeit hilft eine freundliche Erinnerung.
  • Antworten zusammenführen. Pro Kompetenzfeld zeigst du Mittelwerte je Bewertungsgruppe (Selbst, Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeitende). Die größten Lücken zwischen Selbst- und Fremdbild sind die spannendsten Punkte.
  • Auswertung mit der Person besprechen. Idealerweise in einem ruhigen 1:1 mit der Führungskraft oder einem Coach. Nie das Roh-Dokument auf den Tisch werfen — gemeinsam Muster suchen, Hypothesen bilden, drei konkrete Entwicklungsziele formulieren.
  • Folgemaßnahmen vereinbaren. Ohne klare nächste Schritte verpufft das Feedback. Ein Re-Check nach sechs bis zwölf Monaten zeigt, ob sich etwas bewegt hat.

Wer den Prozess in einem Unternehmen breiter aufsetzen will, findet ergänzende Tipps in Mitarbeiterbefragung erstellen und in der Vorlage Mitarbeiterbefragung.

Typische Fehler — und wie du sie vermeidest

Auch eine gute Vorlage rettet dich nicht vor den Klassikern, die ein 360-Grad-Feedback in der Praxis kippen lassen. Diese Punkte tauchen am häufigsten auf:

  • Zu viele Fragen. Bei mehr als 35 bis 40 Items sinkt die Antwortqualität spürbar — Befragte klicken sich durch. Lieber gezielt auswählen.
  • Doppeldeutige Formulierungen. Fragen wie "Ist diese Person motiviert und engagiert?" mischen zwei Aspekte. Einer davon trifft vielleicht zu, der andere nicht — und die Antwort wird unbrauchbar. Pro Frage genau ein Aspekt.
  • Fehlende Anonymitätsgarantie. Wenn nicht klar ist, wer die Antworten sieht, antworten alle defensiv. Mach im Anschreiben explizit, was passiert.
  • Feedback ohne Folgegespräch. Ergebnisse einfach in eine Akte legen ist demotivierend für alle Beteiligten. Plane das Auswertungsgespräch, bevor du den Fragebogen versendest.
  • 360 Grad als Leistungsbeurteilung missbrauchen. Wer Boni oder Beförderungen direkt an die Ergebnisse knüpft, macht aus dem Entwicklungsinstrument ein politisches Spiel. Antworten werden taktisch — der Mehrwert verschwindet.
  • Zu seltene oder zu häufige Wiederholung. Einmalig bringt selten nachhaltige Veränderung. Im Wochentakt überfordert. Ein bis zwei Durchgänge pro Jahr sind ein realistischer Rhythmus.

Wenn du tiefer einsteigen willst, was beim Fragebogenbau schiefgehen kann, lohnt der Blick in Die häufigsten Fehler bei Umfragen. Wer noch beim Thema Fragenformulierung steht, findet in Fragebogen erstellen eine kompakte Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Doch lieber eine Online-Umfrage?

Eine Online-Umfrage bietet den Vorteil, dass dir die Antworten der Befragten direkt online zur Verfügung stehen. Du musst die eingesammelten Antworten nicht aufwändig erfassen und auswerten, wie es bei einem Papier-Fragebogen der Fall ist. Daher empfehlen wir dir, dass du die Befragungsmethode kritisch prüfen solltest: Ist es vielleicht nicht doch sinnvoller, eine Online-Umfrage durchzuführen? Kann ich meinen Befragten die Fragen nicht doch online zur Verfügung stellen?

Unser Tipp: empirio.ai. Hier kannst du kostenlos moderne Online-Umfragen erstellen.

Alternative zu Fragebögen: Online-Umfragen von empirio.ai
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Wenn du über eine Online-Umfrage nachdenkst, kannst du dir den Artikel Umfrage-Anbieter im Vergleich anschauen. Hier zeigen wir dir die Umfrage-Tools auf, die du zum Erstellen einer Online-Umfrage nutzen kannst.  

Autor des Artikels

Marco

Marco ist Teil unseres Experten-Teams. Seit 2018 führt er erfolgreich Umfragen in Unternehmen durch und teilt seine Erfahrungen hier bei Online-Umfrage.org.

Häufige Fragen

Wie viele Fragen sollte ein 360-Grad-Feedback-Fragebogen haben?

Welche Skala eignet sich am besten für 360-Grad-Feedback?

Sollte ein 360-Grad-Feedback anonym sein?

Wer sollte am 360-Grad-Feedback teilnehmen?

Wie oft sollte man ein 360-Grad-Feedback durchführen?

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